Veröffentlicht am

Frankreich verbietet „Bienenkiller“ komplett

Französische Bienen sind ab sofort besser geschützt. Um ihr Überleben zu sichern, verbietet das Land fünf Neonikotinoide, die bei Tierschützern als „Bienenkiller“ gelten. Damit nimmt Frankreich eine EU-weite Vorreiterrolle ein. Hintertüren bleiben offen.

In Frankreich ist ein Verbot bestimmter Pestizide in Kraft getreten, die als bienenschädlich gelten. Fünf Neonikotinoide, die als „Bienenkiller“ verrufen sind, dürfen nicht mehr als Pflanzenschutzmittel genutzt werden. Frankreich geht damit weiter als die EU, die Ende April mit deutscher Zustimmung ein weniger umfassendes Verbot beschlossen hatte. mehr

n-tv.de; 1. September 2018

Veröffentlicht am

Bayer geht gegen Urteil zu Insektenmitteln vor

Der Chemiekonzern Bayer legt nach seiner Niederlage im Streit um EU-Verbote von bienenschädlichen Insektenmittel Berufung gegen das Urteil ein. Das Unternehmen wolle einige allgemeine Interpretationen des EU-Gerichts zum Pflanzenschutzgesetz überprüfen lassen, hieß es in einer Mitteilung. Die Gerichtsentscheidung über die Insektizide „könnte über den konkreten Fall hinaus weitreichende Konsequenzen für die Rechtssicherheit in der Europäischen Union (EU) erteilter Wirkstoffzulassungen haben“, teilte Bayer am Freitag zur Begründung mit. Mehr

zeit; 28. Juli 2018

Veröffentlicht am

Ermittlungen wegen Glyphosat im Honig

Lyon. Nach einer Anzeige französischer Imker gegen Bayer wegen Glyphosat-Rückständen in Honig hat die Justiz vorläufige Ermittlungen eingeleitet. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Lyon lautet auf »Vertrieb schädlicher Substanzen«, wie die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch erfuhr. Allerdings richten sich die Ermittlungen demnach nicht unmittelbar gegen den deutschen Chemiekonzern. Ein Imker-Verband aus dem Verwaltungsbezirk Aisne im Nordosten Frankreichs hatte Anzeige gegen Bayer erstattet, da der Honig wegen Glyphosat-Spuren unverkäuflich sei.

AFP/nd; 5. Juli 2018

Veröffentlicht am

Im Zweifel gegen Bienen

Die EU hat die Anwendung bestimmter Insektizide verboten. Doch die Mitgliedsstaaten haben Wege gefunden, ihre Nutzung doch zu gestatten.

Es sollte ein Schutz für die Bienen sein, doch etliche EU-Staaten, darunter in einem Fall auch Deutschland, haben das 2013 verhängte weitreichende Verbot für Insektizide aus der Wirkstoffklasse der Neonikotinoide ausgehebelt. Sie genehmigten mit Hilfe sogenannter Notfallzulassungen die partielle Anwendung der Mittel auf dem Acker – ohne dass sie die EU-Kommission daran gehindert hätte. Mehr …

Frankfurter Rundschau: 6. Juli 2018

Veröffentlicht am

Im Zweifel für die Biene

Das Insektengift Neonics steht im Verdacht, für das Sterben der nützlichen Insekten verantwortlich zu sein. Hersteller Bayer und die US-Umweltschutzbehörde sind anderer Meinung. Aber die Bundesregierung arbeitet an einem europaweiten Verbot.

 

Veröffentlicht am

Pestizid aus Disteln

So könnte eine unbeliebte Pflanze Glyphosat ersetzen.

Eine italienische Firma hat ein Pestizid entwickelt, das die Landwirtschaft nachhaltig verändern könnte: Das neue Pflanzenschutzmittel wird aus Disteln gewonnen. Setzt sich die Idee durch, wäre das eine Kampfansage an Glyphosat-Hersteller Monsanto.

Disteln sind bei (Hobby-)Gärtnern und Landwirten eigentlich eher unbeliebt und gelten oft als Unkraut. Doch genau für jene Gärtner und Landwirte könnten sie bald zur Alternative zu giftigen Pflanzenschutzmitteln werden. Lesen Sie mehr …

Veröffentlicht am

Es trifft nicht nur die Bienen

Erstmals belegt eine wissenschaftliche Untersuchung, dass die Zahl der Insekten in weiten Teilen Deutschlands drastisch zurückgegangen ist. Aber niemand weiss, warum.

Bislang war es nicht viel mehr als ein ungutes Gefühl, das allerdings immer mehr Menschen beschlich. Gab es früher nicht weitaus mehr Schmetterlinge, Fliegen, Hummeln, Käfer und Mücken? Sterben in Deutschland etwa nicht nur die Bienen, sondern ist alles viel schlimmer? Gibt es ein allgemeines Insektensterben?

Eine Studie, die holländische, deutsche und britische Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift «PLOS One» veröffentlicht haben, belegt nun erstmals, dass die Wahrnehmung, dass sich etwas verändert hat in der Welt der Insekten, richtig ist: In weiten Teilen Deutschlands hat die Zahl der fliegenden Insekten tatsächlich dramatisch abgenommen. Zu diesem Schluss kommen die Studienautoren, nachdem sie den Inhalt von Insektenfallen gründlich analysiert haben. Mehr

Die Leserreaktionen sind sehr zu empfehlen!

Tagesanzeiger; 18. Oktober 2017

Veröffentlicht am

Bienensterben: Langsam wissen die Behörden genug

Jede zweite Honigprobe enthält eine Neonicotinoid-Konzentration, welche Bienen schadet. Das zeigt eine neue Studie in «Science».

Insektizide der Gruppe der Neonicotinoide schaden einem grossen Teil der Bienen und anderen Blütenbestäubern. Zu diesem Resultat kommt eine am 6. Oktober in der Fachzeitschrift «Science» publizierte Studie von Wissenschaftlern der Universität Neuenburg und des Botanischen Gartens Neuenburg. mehr

infosperber.ch: Sonntag, 08. Oktober 2017 – 12:59

Veröffentlicht am

Syngenta gegen EU-Pestizidverbot

Es wird immer noch zu wenig gegen das Bienensterben als Folge von Pestiziden unternommen.

Seit den 90er Jahren geht der Streit schon um die Frage der Schädlichkeit von Neonicotinoiden. Unzählige Studien von namhaften Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten belegen einwandfrei: die einschlägigen Pflanzenschutzmittel sind Gift für die Bienen.

Unsere Behörde verschanzt sich hinter einem Moratorium. Die EU wird aller Wahrscheinlichkeit nach noch dieses Jahr ein totales Verbot der Neonicotiniode beschliessen.

Hr. Friywald von Syngenta behauptet, Pflanzenschutzmittel – u.a. Neonicotinoide – beeinflussten die Bienengesundheit. Ja, gewiss. Sie zerstören diese.

Auszug aus einem  Artikel der Bauernzeitung vom 11. September 2017

Erik Fyrwald, seit etwas mehr als einem Jahr an der Spitze des weltweit grössten Pflanzenschutzherstellers, kritisiert, dass der Einfluss von Neonikotinoiden überschätzt werde. «Es gibt zahlreiche Faktoren, welche die Bienengesundheit beeinflussen», sagt er. «Einer davon sind Pflanzenschutzmittel. Deshalb ist es für uns erstaunlich, dass sich die Diskussion hauptsächlich um Pestizide und speziell um Neonikotinoide dreht.»

Der Syngenta-Chef verweist auf von der EU-Kommission gesammelte Daten aus Feldstudien und Berichten von Imkern. Tatsächlich zeigen diese, dass Krankheiten wie etwa die Amerikanische Faulbrut oder Parasiten wie die Varroa-Milbe weitaus schädlichere Auswirkungen auf die Bienengesundheit haben als Pestizide. Er plädiert dafür, die Themen Bienengesundheit und nachhaltige Landwirtschaft ganzheitlich anzugehen. Es sei falsch, Neonikotinoide isoliert zu betrachten.

Abhängig von gesunden Bienen

Nach Ansicht von Fyrwald sollte man viel mehr die Frage stellen, welche Auswirkungen ein Totalverbot auf die Landwirtschaft hätte, auf welche Alternativen Bauern zurückgreifen und wie sich diese im Vergleich zu Neonikotinoiden auf die Bienengesundheit und die Umwelt auswirken würden. Er hoffe, dass die Gesetzgeber einsehen werden, dass sie mehr Daten brauchen, bevor sie über ein derart weitreichendes Verbot entscheiden können.

Grossen Wert legt Fyrwald auf die Feststellung, dass die grosse Mehrheit von Syngentas Saatgutgeschäft abhängig sei von gesunden Bienen. «Wenn wir glauben würden, dass Neonikotinoide ein Problem für die Bienengesundheit wären, würden wir sie nicht verkaufen», sagt er.

Syngenta hat andere Produkte

Weniger Sorgen macht sich der Syngenta-Chef über die Folgen für das eigene Geschäft. «Neonikotinoide sind ein wichtiges Produkt für uns. Ein Verbot würde aber nicht die gesamte Gewinnstruktur oder die Position unseres Unternehmens verändern», sagt Fyrwald. «Wir haben andere Produkte und eine Reihe anderer Mittel, die wir verkaufen.»

Zu konkreten Umsatzzahlen halten sich Bayer und Syngenta bedeckt. «Wir veröffentlichen keine Umsatzzahlen zu einzelnen Wirkstoffen oder Produkten», heisst es unisono. Nach Angaben von Syngenta macht der Verkauf von Neonikotinoiden in der EU weniger als ein Prozent des Konzernumsatzes von 12,8 Milliarden Dollar aus.

1.7 Milliarden

Laut einer Bayer-Studie erzielte Syngenta 2009 mit Thiamethoxam weltweit knapp 630 Millionen Dollar Umsatz. Bayer Cropscience nahm mit Imidacloprid und Clothianidin knapp 1,1 Milliarden Dollar beziehungsweise knapp 440 Millionen Dollar ein. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor.

Der weltweite Insektizidmarkt wird auf etwa 4 Milliarden Dollar geschätzt. 1,64 Milliarden Dollar davon entfallen gemäss den im Jahresbericht 2016 ausgewiesenen Zahlen auf Syngenta. Das entspricht knapp 13 Prozent des Gesamtumsatzes des Agrochemiekonzerns. zum Artikel

schweizerbauer: 11. September 2017