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Syngenta gegen EU-Pestizidverbot

Es wird immer noch zu wenig gegen das Bienensterben als Folge von Pestiziden unternommen.

Seit den 90er Jahren geht der Streit schon um die Frage der Schädlichkeit von Neonicotinoiden. Unzählige Studien von namhaften Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten belegen einwandfrei: die einschlägigen Pflanzenschutzmittel sind Gift für die Bienen.

Unsere Behörde verschanzt sich hinter einem Moratorium. Die EU wird aller Wahrscheinlichkeit nach noch dieses Jahr ein totales Verbot der Neonicotiniode beschliessen.

Hr. Friywald von Syngenta behauptet, Pflanzenschutzmittel – u.a. Neonicotinoide – beeinflussten die Bienengesundheit. Ja, gewiss. Sie zerstören diese.

Auszug aus einem  Artikel der Bauernzeitung vom 11. September 2017

Erik Fyrwald, seit etwas mehr als einem Jahr an der Spitze des weltweit grössten Pflanzenschutzherstellers, kritisiert, dass der Einfluss von Neonikotinoiden überschätzt werde. «Es gibt zahlreiche Faktoren, welche die Bienengesundheit beeinflussen», sagt er. «Einer davon sind Pflanzenschutzmittel. Deshalb ist es für uns erstaunlich, dass sich die Diskussion hauptsächlich um Pestizide und speziell um Neonikotinoide dreht.»

Der Syngenta-Chef verweist auf von der EU-Kommission gesammelte Daten aus Feldstudien und Berichten von Imkern. Tatsächlich zeigen diese, dass Krankheiten wie etwa die Amerikanische Faulbrut oder Parasiten wie die Varroa-Milbe weitaus schädlichere Auswirkungen auf die Bienengesundheit haben als Pestizide. Er plädiert dafür, die Themen Bienengesundheit und nachhaltige Landwirtschaft ganzheitlich anzugehen. Es sei falsch, Neonikotinoide isoliert zu betrachten.

Abhängig von gesunden Bienen

Nach Ansicht von Fyrwald sollte man viel mehr die Frage stellen, welche Auswirkungen ein Totalverbot auf die Landwirtschaft hätte, auf welche Alternativen Bauern zurückgreifen und wie sich diese im Vergleich zu Neonikotinoiden auf die Bienengesundheit und die Umwelt auswirken würden. Er hoffe, dass die Gesetzgeber einsehen werden, dass sie mehr Daten brauchen, bevor sie über ein derart weitreichendes Verbot entscheiden können.

Grossen Wert legt Fyrwald auf die Feststellung, dass die grosse Mehrheit von Syngentas Saatgutgeschäft abhängig sei von gesunden Bienen. «Wenn wir glauben würden, dass Neonikotinoide ein Problem für die Bienengesundheit wären, würden wir sie nicht verkaufen», sagt er.

Syngenta hat andere Produkte

Weniger Sorgen macht sich der Syngenta-Chef über die Folgen für das eigene Geschäft. «Neonikotinoide sind ein wichtiges Produkt für uns. Ein Verbot würde aber nicht die gesamte Gewinnstruktur oder die Position unseres Unternehmens verändern», sagt Fyrwald. «Wir haben andere Produkte und eine Reihe anderer Mittel, die wir verkaufen.»

Zu konkreten Umsatzzahlen halten sich Bayer und Syngenta bedeckt. «Wir veröffentlichen keine Umsatzzahlen zu einzelnen Wirkstoffen oder Produkten», heisst es unisono. Nach Angaben von Syngenta macht der Verkauf von Neonikotinoiden in der EU weniger als ein Prozent des Konzernumsatzes von 12,8 Milliarden Dollar aus.

1.7 Milliarden

Laut einer Bayer-Studie erzielte Syngenta 2009 mit Thiamethoxam weltweit knapp 630 Millionen Dollar Umsatz. Bayer Cropscience nahm mit Imidacloprid und Clothianidin knapp 1,1 Milliarden Dollar beziehungsweise knapp 440 Millionen Dollar ein. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor.

Der weltweite Insektizidmarkt wird auf etwa 4 Milliarden Dollar geschätzt. 1,64 Milliarden Dollar davon entfallen gemäss den im Jahresbericht 2016 ausgewiesenen Zahlen auf Syngenta. Das entspricht knapp 13 Prozent des Gesamtumsatzes des Agrochemiekonzerns. zum Artikel

schweizerbauer: 11. September 2017

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